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Ratgeber

Unterrichtung, Sachkunde, Fachkraft: Qualifikationen im Sicherheitsdienst

Welche Nachweise für welche Aufgaben nötig sind, vom Empfang bis zur Objektleitung.

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Die Stufen im Überblick

MerkmalUnterrichtungSachkundeprüfungFachkraft Schutz und Sicherheit
Form40 Unterrichtsstunden bei der IHKPrüfung vor der IHKAusbildung, 3 Jahre
Reicht fürObjektschutz, Empfang, Pfortezusätzlich besondere EinsatzbereicheFach- und Leitungsaufgaben
Typische TitelSicherheitsmitarbeiter, WachmannSicherheitskraft im Revier oder EinlassFachkraft, Schichtführung

Grundlage ist § 34a der Gewerbeordnung. Wer im Bewachungsgewerbe arbeitet, braucht mindestens eine Bescheinigung der IHK über die Unterrichtung. Sie umfasst 40 Unterrichtsstunden und vermittelt Rechtsgrundlagen, Befugnisse und den Umgang mit Menschen, einschließlich Deeskalation.

Wann die Sachkundeprüfung nötig ist

Für bestimmte Aufgaben reicht die Unterrichtung nicht. Das Gesetz verlangt dann die bestandene Sachkundeprüfung:

  • Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder in Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr.
  • Schutz vor Ladendieben.
  • Bewachung im Einlassbereich von gastgewerblichen Diskotheken.
  • Bewachung von Aufnahmeeinrichtungen und Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete in leitender Funktion.
  • Bewachung von zugangsgeschützten Großveranstaltungen in leitender Funktion.

Auch wer sich als Unternehmer mit einem Bewachungsgewerbe selbstständig macht, muss die Sachkundeprüfung ablegen.

Ausbildung und Fortbildung

Die Fachkraft für Schutz und Sicherheit ist ein dreijähriger Ausbildungsberuf. Daneben gibt es die zweijährige Servicekraft für Schutz und Sicherheit, die in der dreijährigen Ausbildung fortgesetzt werden kann. Für Beschäftigte mit Erfahrung bietet die IHK die Fortbildung zur Geprüften Schutz- und Sicherheitskraft an. Zugelassen wird zum Beispiel, wer eine abgeschlossene Ausbildung und zwei Jahre Praxis im Sicherheitsgewerbe hat, oder wer fünf Jahre Berufspraxis nachweist, davon drei im Sicherheitsgewerbe. Dazu kommt ein Erste-Hilfe-Kurs, der nicht älter als zwei Jahre ist.

Objektleitungen und Einsatzleitungen kommen meist über diese Fortbildungen und Berufserfahrung in ihre Rolle.

Für Beschäftigte mit Unterrichtung lohnt sich der Blick auf die Sachkundeprüfung, weil sie zusätzliche Einsatzbereiche öffnet. Manche Anzeigen nennen sie als Voraussetzung, auch für Stellen, die rechtlich nur die Unterrichtung verlangen.

Einsatzbereiche aus den Anzeigen

  • Objektschutz: Kontrolle von Zugängen, Rundgänge und Dokumentation in Firmen, Behörden oder Wohnanlagen.
  • Werkschutz: Sicherung von Industrie- und Betriebsgeländen, oft mit Pforte, Besucherverwaltung und Brandschutzrundgängen.
  • Empfangsdienst: Besucher anmelden, Ausweise ausgeben, Anrufe annehmen.
  • Veranstaltungsdienst: Einlass, Ordnung und Wege bei Konzerten, Messen oder Sportereignissen.
  • Revierdienst: Kontrollfahrten zu mehreren Objekten, meist nachts.

Welcher Nachweis nötig ist, hängt vom Einsatzbereich ab, nicht vom Jobtitel. Lies deshalb die Aufgabenbeschreibung genau.

Der Wachdienst in militärischen Liegenschaften, den mehrere Anzeigen auf dieser Seite nennen, kann zusätzliche Sicherheitsüberprüfungen erfordern. Die Anzeige nennt sie in der Regel.

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